Die Eisheiligen und die Sprache
Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und die Kalte Sophie (15. Mai). Vier Männer und eine Frau versetzen die Gärtner in Deutschland, dem Klimawandel zum Trotz, jedes Jahr in Alarmbereitschaft. Aufkeimendes Gartengemüse wird über Nacht in den kälteren Regionen vorsichtshalber abgedeckt, um es vor den Spätfrösten zu schützen.
Alle Fünf, die den Eingang in den Namenstagskalender gefunden haben, fasst man zusammen als die Eisheiligen. Im Plural der Gruppe „die Heiligen“ sind sie bis auf den Frostalarm unverdächtig. Aber interessant an ihnen ist der Singular des Wortes. Da heißt es einmal: der Heilige und dann, bei der Sophie, die Heilige.
Der Deutschstudent steht vor der Frage: „Häh? Ich dachte Nomen mit der Endung -e seien feminin! Wie so denn dann der Heilige? Warum nicht: der Heiliger*?
Hier ist die Antwort: Der Heilige leitet sich von dem Adjektiv „heilig“ ab, ist also ein substantiviertes Adjektiv und das Wort folgt der -n Deklination.
Nicht jedes Wort auf -e hat ein Adjektiv als Vater, aber alle diese Wörter (der Bote, der Experte, der Heilige) gehören zur selben grammatikalischen Familie. Sie sind maskulin, weil sie männliche Lebewesen bezeichnen. Das biologische Geschlecht ist in diesem Fall stärker als die typisch weibliche Endung -e.
Was wir lernen: Keine Regel ohne Ausnahme: Nicht jedes Nomen auf -e ist automatisch „feminin“, wohl aber die meisten. Und nicht jedes Wort auf -e hat ein Adjektiv als Vater, aber alle diese Wörter (der Bote, der Experte, der Heilige) gehören zur selben grammatikalischen Familie. Sie sind maskulin, weil sie männliche Lebewesen bezeichnen. Das biologische Geschlecht ist in diesem Fall stärker als die typisch weibliche Endung -e.
Die Wortendung auf – e ist ein INDIZ aber keine REGEL
Welche männlichen Wörter auf -e fallen dir noch ein? Ich fange an: Der Löwe. Und du?













