B1 Lektion 16: Hausgemeinschaft
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Amani und Juma haben sich gut in ihrer WG eingelebt, doch das Leben in einem großen Berliner Mietshaus bringt neue Herausforderungen mit sich. Gestern hingen im Flur neue Zettel: Die Hausordnung* wurde aktualisiert. Juma war überrascht, wie detailliert die Regeln sind.
Besonders die Ruhezeiten* zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens sind wichtig. Die Nachbarn legen großen Wert darauf, dass in dieser Zeit niemand laut Musik hört oder staubsaugt. Außerdem gibt es einen Plan für die Kehrwoche*. Das bedeutet, dass jede Woche eine andere Mietpartei das Treppenhaus reinigen muss. Als Juma gestern im Hof den Müll entsorgen wollte, traf er Frau Müller. Sie erklärte ihm freundlich, aber bestimmt die Mülltrennung*. „Plastik kommt in die gelbe Tonne, Papier in die blaue“, sagte sie.
Ein weiterer wichtiger Ort ist der Wäscheraum* im Keller. Dort gibt es eine Liste, in die man sich eintragen muss, wenn man die Waschmaschine benutzen möchte. „Pünktlichkeit ist hier alles“, flüsterte Amani, als sie den vollen Plan sah. Auch für den kleinen Hinterhof* gibt es Regeln: Wer dort im Sommer grillt, muss danach alles sauber hinterlassen. Im Herbst helfen alle Bewohner dabei, das Laub zu harken. Juma merkte schnell, dass eine gute Hausgemeinschaft* in Deutschland nur funktioniert, wenn sich alle an die gemeinsamen Regeln halten. Auch wenn es am Anfang kompliziert wirkt, sorgt es doch für ein friedliches Miteinander.
Wo findet Juma die Informationen über die neuen Regeln im Haus?
Was ist während der Ruhezeiten (22:00 - 06:00 Uhr) verboten?
Was versteht man unter der „Kehrwoche“?
Welche Farbe hat die Tonne, in die das Papier geworfen wird?
Warum gibt es im Wäscheraum eine Liste?
Was müssen die Bewohner im Herbst gemeinsam im Hinterhof machen?
Was passiert laut Text, wenn man im Sommer im Hof grillt?
Was ist die wichtigste Voraussetzung für ein friedliches Miteinander?
Wer erklärt Juma die Details der Mülltrennung?
Warum ist Pünktlichkeit im Wäscheraum so wichtig?
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Es ist wichtig, auch ganze Sätze nachzusprechen. Dann lernst du auch die typisch Deutsche Satzmelodie zu beachten.
👂 Höre dir zuerst das Sprachbeispiel an. Höre genau hin.
🎤 Dann benutze das Mikrophon und sprich das Beispiel nach.
🪞 Danach kannst du mit dem Spiegelbutton deine Aussprache mit dem Beispiel vergleichen
In dieser Lektion geht es um Regeln und Vorschriften im Alltag. Dafür benutzen wir im Deutschen hauptsächlich die Modalverben müssen, dürfen und sollen.
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müssen: Drückt eine absolute Notwendigkeit oder eine Pflicht aus.
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Beispiel: „Man muss den Müll trennen.“ (Es ist eine Vorschrift).
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dürfen: Drückt eine Erlaubnis aus. In der Verneinung (nicht dürfen) drückt es ein striktes Verbot aus.
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Beispiel: „Hier darf man grillen.“ (Erlaubnis)
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Beispiel: „Man darf nachts keine laute Musik hören.“ (Verbot)
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sollen: Drückt eine Empfehlung, einen Rat oder eine moralische Erwartung aus.
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Beispiel: „Man sollte pünktlich sein.“ (Es ist höflich und wird erwartet).
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Satzbau: Das Modalverb steht konjugiert an Position 2. Das zweite Verb (der Infinitiv) steht am Ende des Satzes.
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Struktur: Subjekt + Modalverb + Ergänzungen + Infinitiv.
✍️ Schreibaufgaben
Aufgabe 1 (Informell): Eine Nachricht an einen Mitbewohner Stell dir vor, du bist Juma. Schreib eine kurze WhatsApp-Nachricht (ca. 40–50 Wörter) an deinen Mitbewohner Amani. Erkläre ihm, dass ihr diese Woche mit der Kehrwoche dran seid. Sag ihm, dass du am Samstag das Treppenhaus putzt und frage ihn, ob er dafür heute schon die Biotonne rausstellen kann.
Aufgabe 2 (Formal): Eine E-Mail an die Hausverwaltung Im Wäscheraum im Keller gibt es ein Problem: Die Waschmaschine ist kaputt und die Liste für die Termine fehlt. Schreib eine formale E-Mail (ca. 60–80 Wörter) an die Hausverwaltung (Firma Müller & Söhne).
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Verwende eine passende Anrede.
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Beschreibe das Problem im Keller.
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Frage höflich, wann die Maschine repariert wird und wo man eine neue Liste finden kann.
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Verwende eine passende Grußformel.
KI-Konversationstraining
🎬 Wie geht es weiter?
Pack die Badehose ein …
Das Leben im Berliner Mietshaus folgt strengen Regeln, doch was passiert, wenn man der Enge der Stadt entfliehen möchte? In unserer nächsten Lektion lassen Juma und Amani den Beton hinter sich und fahren an den Wannsee. Dort, wo Berlin fast wie das Meer aussieht, warten neue Vokabeln über die Natur, das Wasser und die typische Berliner Freizeitkultur auf uns. Wir lernen, wie man den Weg beschreibt, ein Ticket für die S-Bahn kauft und was man für einen perfekten Tag am Strandbad einpacken muss. Packt eure Badesachen ein – die nächste Station heißt: Erholung pur!
💡 Redensart des Tages
"Schwein haben"
Bei mittelalterlichen Wettbewerben bekam der Verlierer als Trostpreis oft ein Ferkel.













